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Fürstbischof Johann Franz Ecker von Kapfing

Johann Franz Freiherr von Eckher (* 16. Oktober 1649 auf Schloss Train bei Abensberg; † 23. Februar 1727 in Freising) war Fürstbischof von Freising von 1696 bis 1727.

Er wurde 1674 zum Priester geweiht und 1695 zum Bischof gewählt. Der am 1. Juli 1696 inthronisierte Bischof ließ durch die Brüder Asam den mittelalterlichen Dom im Barockstil umgestalten und veranlasste den Bau des Krankenhauses und des Spitals. Die Neustifter Klosterkirche entstand unter Hofarchitekt Giovanni Antonio Viscardi. Zeugnisse seines Wirkens sind bis heute auch die 1697 gegründete Freisinger Hochschule (Lyzeum und Gymnasium mit Asamsaal) am Marienplatz und der barocke Turm der Stadtpfarrkirche St. Georg.

Der Freisinger Bischof versuchte, das Hochstift Freising in seiner Freiheit zu bewahren. Er war laut Christian Probst „ein geschworener Feind des Aufstandes“ gegen die kaiserliche Besatzung. Am 23. Dezember 1705 befahl er den Pfarrern seiner Diözese „ihren Pfarrkindern öfters, sowohl von der Kanzel als in anderen Wegen den ihren Geistlichen und weltlichen Obern und Herrschaften schuldigen Gehorsam sowie die schwere Verantwortung eines allgemeinen Aufstandes und die daraus unausbleiblich erfolgende Strafe Gottes vorzutragen.“ Für die ausziehenden Oberländer kam diese Ermahnung zwar zu spät, doch wurde auch in den übrigen Diözesen, Salzburg, Eichstätt, Regensburg und Passau, der Landklerus beauftragt, von der Kanzel und im Beichtstuhl das Volk von aufständischen Tätlichkeiten abzuhalten und auf friedliche Gedanken zu bringen. Ob alle Pfarrer diesen Auftrag ausführten, ist laut Christian Probst fraglich.

1724 erarbeitete in seinem Auftrag der Benediktinerpater Karl Meichelbeck die 'Historia Frisingensis', die heute als erstes 'modernes' quellenkritisches Geschichtswerk im deutschen Raum bewertet wird.