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Adelsgeschlecht Preysing Hohenaschau

Das Adelsgeschlecht der Preysing-Hohenaschau regierte von 1678 bis 1828 in Haidhausen, waren um 1750 auch Inhaber des Schlosses Aufhausen.

Ursprung

Das Geschlecht erscheint erstmalig urkundlich um 1100 mit Gerunch de Prisingan [1] und um 1120/40 im Raum Erding und Landshut. Die Stammreihe beginnt um 1135-1160 mit Adalhart de Prisingen. Namensträger treten im Gefolge der Wittelsbacher als Ministeriale auf. Ältester Stammsitz war Langenpreising, früh erfolgte die Übersiedlung nach Burg Kronwinkl bei Eching, die sich noch heute im Besitz der Familie befindet.

Bereits ab der zweiten Hälfte des 12. Jahrhundert bekleideten die Preysing wichtige Hofämter in den Herzogtümern Oberbayern und Niederbayern. Sie erhielten in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts das Erbschenkenamt für beide Gebiete.

Eine wichtige Grablege der Familie wurde bis in das 17. Jahrhundert die Zisterzienerinnenabtei Seligenthal, in der die Familie auch zwei Äbtissinnen stellte. In der Münchner Frauenkirche befindet sich ein Totenschild eines Grafen von Preysing aus dem 19. Jahrhundert

Linien
Die Wolnzacher Linie wurde 1465 in den Freiherrenstand erhoben, starb allerdings kurz darauf 1497 aus. 1607 ehelichte ein Urenkel Hans Christoph Freiherr von Preysing Benigna Freiin von Freyberg zu Hohenaschau und begründete den Zweig Preysing-Hohenaschau. Der bedeutende Staatsmann und Diplomat war ein enger Vertrauter von Kurfürst Maximilian I. Seine Deszendenten Johann Max 1. bis Johann Max V. versahen alle hohe Hof? und Staatsämter und errichteten eine der größten Herrschaften in Bayern. Ihr Kunstsinn läßt sich in den vielen Schlössern, Kirchen und dem Münchner Palais bis heute verfolgen. Diese Linie erlangte 1664 von Kaiser Leopold I. den Reichsgrafenstand. Die Hohenaschauer Linie mit der Herrschaft Hohenaschau und der Herrschaft Wildenwart wurde 1664 in den Reichsgrafenstand erhoben, sie starb 1853 aus.


Johann Maximilian IV. von Preysing-Hohenaschau

Preysing war der mächtigste bayrische Beamte im 18. Jahrhundert, er diente unter den drei Kurfürsten Max Emmanuel, Karl Albrecht und Max III. Joseph als Rat und Minister. Er war der beste Freund von Kurfürst Karl Albrecht, mit ihm ging er auf Kavalierstour und machte ihn mit dem weiblichen Geschlecht vertraut. Er besaß zunächst nur zwei alte Häusser gegenüber der Residenz, deretwegen Karl Albrecht sich öfter über ihn lustig machte. Als dieser im Jahre 1723 einmal nicht in München weilt, läßt Preysing in aller Eile die alten Gebäude abreißen und von J. Effner ein prunkvolles Rokoko-Haus errichten. Preysing beginnt mit den Jahren immer bigotter und streng gläubiger zu werden, ganz im Gegensatz zu Karl Albrecht, der es an die 40-60 unehelichen Kinder gebracht haben soll. Nachdem seine erste Frau stirbt, heiratet er auf Bitten seines Vaters eine Gräfin Fugger, mit der er sich angeblich im Gebet, aber nicht im Bett vereint. Im Palais Preysing sind zahlreiche Pagen, Köche und Stallknechte beschäftigt, er selbst erledigte von dort aus seine Geschäfte. Seine Politik war preussenfreundlich und österreichfeindlich. Das Palais Preysing kam noch einmal zu großen Ehren, als Prinz Otto, ein Sohn König Ludwigs I. zum König von Griechenland gewählt wurde und im Jahre 1832 zahlreiche Hellenen nach München kamen um ihrem neuen Herrn ihre Aufwartung zu machen. Für sie wurde das Palais als Residenz hergerichtet, neugierige Münchner umstanden das Gebäude den ganzen Tag um die Gäste zu bestaunen.